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INSERTIONSTENDOPATHIE

31 Tendopathien
-----31.1 Tendovaginitis
-----31.2 Tendinitis
-----31.3
Insertionstendopathie

Für eine Insertionstendopathie (Ansa tztendopathie) ist auch die Bezeichnung Enthesiopathie gebräuchlich.

Was bedeutet der Begriff Insertionstendopathie

Das Wort setzt sich aus drei Begriffen zusammen:

Eingedeutscht handelt es sich bei einer Insertionstendopathie also um eine Se hnenansatzerkran kung.

Was sind denn überhaupt Sehnen und welche Aufgaben haben sie?

Die Sehne ist eine Art Stützgewebe, das die Insertion (= Verankerung, Ansatz) des Skelettmuskels an der Knochenhaut herstellt, bzw. der Übertragung des Muskelzuges auf Knochen an den Muskelenden (als Ursprungs- bzw. Ansat zsehne) dient. Eine Sehne besteht aus Sehnenzellen und -fasern, dem Peritendineum (= Sehnenhaut) und der Interzellularsubstanz (= eine Art Füllmaterial).

Die Insertionstendopathie wird auch als Insertionstend inopathie oder An satztendopathie (Ansa tztend inopathie) bezeichnet. Damit werden als Oberbegriff degenerative (1) (= strukturelle und funktionelle Abweichungen von der Norm im Sinne einer Funktionsminderung betreffende) oder entzündliche (2) Störungen/Erkrankungen im Bereich eines Seh nenansatzes beschrieben:

  1. Ist die Ursache entzündlicher Natur (die häufigste Form), so wird die Krankheit als Insertionstend ini tis (Ansa tztend ini tis) bezeichnet.

  2. Ist die Ursache degenerativer Natur, so wird der Begriff Insertionstend inose (Ansa tztend inose) verwendet.

Eine Insertionstendopathie kann theoretisch jeden Seh nenansatz im Körper betreffen, bevorzugt aber folgende Bereiche:

Die wohl bekannteste Insert ionstendopa thie ist der sog. „Tennisarm“ bzw. "Tennisellenbogen", es liegt eine Epicondylitis radialis humeri vor.

Insertionst endopathien können sehr unangenehm und schmerzhaft sein und im Laufe der Zeit auch chronisch werden.

Symptome (= Krankheitszeichen)

Eine Insertionstendopathie ist gekennzeichnet durch zum Teil sehr starke Schmerzen im Bereich der betroffenen Sehnenansät ze, die auf Druck noch zunehmen, meist mit Ausstrahlung in benachbarte Strukturen, z. B. Gelenke. Beim Tennisarm oder auch Golferarm beispielsweise ist dies das Ellenbogengelenk. Dies kann dazu führen, daß jede Bewegung im beteiligten Gelen k schmerzhaft wird und so zu Bewegungseinschränkungen führt. Auch die Umgebungsmuskulatur kann zusätzlich sehr verspannt sein. In Einzelfällen treten leichte Gefühlsstörungen auf.

Ultraschall und Röntgenuntersuchung sichern die Diagnose.

Mögliche Ursachen

Einer Insertionstendopathie liegen im Wesentlichen drei verschiedene Ursachen zu Grunde. Diese sind:

  1. Verschleißerscheinungen als Folge von Überlastung (Arbeit, Sport,…)

  2. En tzündungen, z. B. im Rahmen einer chronischen Polyarthritis

  3. Degenerative (z.B. arthrotische) Erkrankung

Nichtmedikamentöse Maßnahmen bei einer Insertionstendopathie:

Medikamentöse Schmerztherapie:

Akut (= plötzlich einsetzend, heftig) und subakut (= eher schleichend verlaufend) können zunächst (vorwiegend) peripher wirkende Analgetika (= Schmerzmittel, die am Ort der Schmerzentstehung wirken) eingesetzt werden, insbesondere sog. nicht steroidale Antirheumatika (= Rheuma mittel), aus dieser Gruppe möglichst lang wirkende und magen schonende wie z.B. Meloxicam. Besonders magenschonend und auch entzündungshemmend sind die sog. COX-2 Inhibitoren, z.B. Parecoxib oder Etoricoxib, allerdings scheint diese Stoffgruppe mit einem Herz-/Kreislauf-Risiko verbunden zu sein, zumindest bei längerer Therapiedauer. Es bleibt abzuwarten, ob Parecoxib und Etoricoxib nicht auch noch vom Markt genommen werden, wie schon andere Mittel dieser Stoffgruppe zuvor.
Bei stärkeren schmerzhaften Muskelverspannungen können darüber hinaus auch
Muskel relaxanzien (= Mittel zur Entspannung von Muskeln) (z.B. Orphenadrin, Tolperison) verordnet werden.
Manchmal sind aber die Schmerz zustände nur mit zentral wirkenden Analgetika (z.B. Tramadol, Tilidin, bzw. Tilidin mit Naloxon oder auch Morphin) (= im Gehirn bzw. Rücken mark wirkende Schmerzmittel) beherrschbar.
Grundsätzlich sollte aber auch bei diesen Schmerzen eine längerfristige Schmerzmittelverordnung wegen der Gefahr der Gewöhnung oder gar Abhängigkeit vermieden werden. Die Kombination mit schmerzdistanzierenden Antidepressiva (= Mittel gegen Depression, aber auch bei chronischen Schmer zen hilfreich) (z.B. Doxepin, Maprotilin) oder Neuroleptika hilft in vielen Fällen Schmerzmittel einzusparen.

Auch Salbenverbände können versucht werden (z.B. mit Diclofenac).

Therapeutische Lokalanästhesie (= Behandlung mit einem örtlichen Betäubungsmittel):

Wiederholte Infiltrationen mit einem lang wirkenden örtlichen Betäubungsmittel, auch mit Zusatz von Steroiden. Steroide dürfen aber nie in eine geschädigte Seh ne gespritzt werden, da diese die körpereigenen Reparaturmechanismen empfindlich stören.

Nicht selten erweist sich aber eine Insertionstendopathie als sehr hartnäckig. In diesen Fällen kommt man um eine gezielte Behandlung im Sinne der speziellen Schmerztherapie nicht herum.
Sehr hilfreich sind kontinuierliche Nervenblockaden mittels eingepflanztem Katheter (= dünner Kunststoffschlauch) über einen Zeitraum von etwa 10-14 Tagen.
Das örtliche Betäubungsmittel wird bei dieser Behandlung so dosiert, dass die grobe Kraft erhalten bleibt (bei gleichzeitiger Hemmung der Schmerzreizleitung), damit der Patient nicht immobil wird und begleitend physiotherapeutische Anwendungen möglich bleiben. Eine solche Blockadebehandlung hat aber noch eine weitere, sehr wichtige (Neben-) Wirkung:
Es werden dabei nicht nur schmerzleitende Nervenstrukturen blockiert, sondern auch sog. vegetative Nervenanteile, woraus eine sehr deutliche Durchblutungssteigerung im Schmerzbereich resultiert. Dies ist der Grund, warum diese Behandlungsmethode besonders bei Schmerzen,
die durch entzündliche ((z.B. Insertionstend ini tis), oder auch degenerative (= abnutzungsbedingte) Prozesse entstanden sind (z.B. Insertionstend inosen), hilfreich ist und i.d.R. auch über den Behandlungszeitraum hinaus anhält.

Daß Lokalanästhetika nicht nur schmerzstillend sondern auch auch entzündungshemmend wirken, ist zwischenzeitlich wissenschaftlich erwiesen. Wenn Sie mehr darüber erfahren wollen, so klicken Sie hier.

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